Wahl in Sachsen-Anhalt
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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026
Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. In den Wochen vor der Wahl führt die AfD die Umfragen an und liegt mit großem Abstand vor der CDU, die den Anspruch erhebt, stärkste demokratische Kraft zu bleiben. Dahinter folgen Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, BSW und FDP, wobei insbesondere Grüne, BSW und FDP um den Einzug in den Landtag kämpfen müssen.
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Eine Minderheitsregierung unter CDU-Führung mit SPD-Beteiligung ist wahrscheinlich, da die CDU eine Koalition mit Die Linke oder der AfD bislang kategorisch ausschließt. Es könnte aber auch knapp für eine Alleinregierung der AfD reichen. Die Wahl gilt daher als besonders richtungsweisend, zumal die bisherigen Mehrheitsverhältnisse grundlegend verändert werden. Denn sollten die SPD und kleinere Parteien wie Die Grünen, BSW oder FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, könnte die AfD aufgrund der Sitzverteilung eventuell die absolute Mehrheit im Landtag erreichen.
Die Landtagswahl 2026 steht vor allem im Zeichen der politischen Unzufriedenheit und der Frage, wie Sachsen-Anhalt künftig regiert werden kann. Themen wie Migration, wirtschaftliche Entwicklung, steigende Lebenshaltungskosten, Bildung, Fachkräftemangel und der Zustand öffentlicher Infrastruktur bestimmen den Wahlkampf. Besonders die starke Entwicklung der AfD stellt die etablierten Parteien vor eine neue Herausforderung, während gleichzeitig eine schwierige Regierungsbildung erwartet wird, da die demokratischen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen.
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Unsere Pressemitteilung zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Umfragen zu Sachsen-Anhalt: Dawum und Wahlrecht.de - CDU, SPD, Grüne, BSW + Die Linke? oder AfD-Mehrheit?
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MrWissen2Go: Das könnte passieren, wenn die AfD regiert
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Wie ist die politische Lage in Sachsen-Anhalt?
Bei der Landtagswahl 2021 wurde die CDU mit 37,1 % klar stärkste Kraft, gefolgt von der AfD mit etwa 21 % und der Linken mit 11 %. Die SPD erreichte 8,4 %, die FDP 6,4 % und die Grünen 5,9 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 56 % der etwa 1,8 Millionen Wahlberechtigten. Anschließend bildeten CDU, SPD und FDP die sogenannte Deutschland-Koalition unter Ministerpräsident Reiner Haseloff.
Im Januar 2026 kündigte er seinen vorzeitigen Rücktritt an und wurde von Sven Schulze abgelöst. Die Legislaturperiode war zu Beginn von den Nachwirkungen der Corona-Pandemie geprägt, verlief über weite Strecken vergleichsweise konfliktarm und vermied große Krisen. Dennoch stand das Bündnis unter Dauerprüfstand: Eine angespannte Haushaltslage, der Ausbau von Hilfen für Kommunen und Gesundheitseinrichtungen sowie die schleppende Modernisierung der Verwaltung forderten das Bündnis massiv heraus. Der Schuldenstand des Landes Sachsen-Anhalt liegt derzeit bei 24 Milliarden Euro. Für den Haushalt 2025 mussten zusätzlich 380 Millionen Euro neue Kredite aufgenommen werden.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ab 2022 traf das Land als starken Chemiestandort besonders hart. Während in die Transformation hin zu Erneuerbaren und zur Wasserstoffwirtschaft investiert wurde, kämpfte der Mittelstand mit hohen Energiekosten, steigenden Löhnen und bürokratischen Hemmnissen. Trotz milliardenschwerer Investitionserfolge in Halbleiter- und Batterietechnologien blieb ein Missverhältnis auf dem Arbeitsmarkt bestehen: im Sommer 2026 waren 17.000 Stellen unbesetzt, während 89.916 Menschen arbeitslos gemeldet waren. Erschwerend kamen gestiegen Benzin- und Dieselpreise durch den Irankrieg hinzu.
Im Bildungsbereich spitzen sich die Probleme weiter zu. Trotz mehrfacher Einstellungsrunden und Quereinsteigerprogramme lag die Unterrichtsversorgung noch 2025 bei lediglich 94 % – nötig wären langfristig über 100 % zum Ausgleich von Ausfällen. Vor allem Grund-, Sekundar- und Förderschulen leiden unter erheblichem Personalmangel. Zusätzlich verlangsamen anhaltende bürokratische Hürden und Genehmigungsverfahren den Fortschritt in den Behörden.
Auf kommunaler Ebene führten die steigenden Asylzahlen (die seit 2 Jahren wieder deutlich gesunken sind) zu organisatorischen Engpässen bei der Unterbringung. Zusammen mit den Herausforderungen im ländlichen Raum – wie einem spürbaren Ärztemangel und langwierigen Infrastruktursanierungen – schlug sich die Unzufriedenheit direkt in den politischen Stimmungsbildern nieder.
Mit Blick auf die Landtagswahl im Juni 2021 hat sich das Kräfteverhältnis der Parteien dramatisch verschoben: Während die CDU von ihren 37,1 % (2021) im Juli 2026 auf 24 % abrutschte, liegt die AfD in Umfragen mit stabil rund 41 % klar vorn. Die Linke festigte sich als drittstärkste Kraft bei 13 %, gefolgt von der SPD, während das BSW meist unter der Fünf-Prozent-Hürde blieb. Auch die Grünen bangen mit knapp 5 % um den Wiedereinzug.
Die Parteien in Sachsen-Anhalt
CDU: Die CDU tritt mit Ministerpräsident Sven Schulze als Spitzenkandidaten an. Im Mittelpunkt ihres Wahlkampfs stehen die Stärkung des Wirtschaftsstandorts, der Erhalt industrieller Arbeitsplätze, der Bürokratieabbau sowie Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Außerdem setzt sie auf eine härtere Migrationspolitik, mehr innere Sicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Ziel der CDU ist es, trotz schwacher Umfragewerte erneut die Regierungsführung zu übernehmen und eine Koalition mit der AfD weiterhin auszuschließen.
AfD: Die AfD geht mit Ulrich Siegmund als Spitzenkandidaten in die Wahl und führt die Umfragen deutlich an. Sie fordert eine grundlegende Wende in der Migrationspolitik, mehr Abschiebungen, strengere Grenzkontrollen sowie eine stärkere Ausrichtung auf fossile Energien und die Aufhebung der Russland-Sanktionen. Zudem setzt sie auf weniger Klimaschutzauflagen, ein Umbau des Bildungssystems und den Abbau von Bürokratie. Erstmals erhebt die Partei offen den Anspruch, die Landesregierung anzuführen.
Die Linke: Die Linke wird von Eva von Angern angeführt. Sie setzt ihren Schwerpunkt auf soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum, höhere Investitionen in Bildung, Gesundheit und den öffentlichen Nahverkehr sowie eine stärkere Unterstützung strukturschwacher Regionen. Außerdem fordert sie höhere Löhne, eine bessere Finanzierung der Kommunen und lehnt weitere Privatisierungen öffentlicher Aufgaben ab. Ein zentrales Wahlziel ist es, eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern.
SPD: Spitzenkandidat der SPD ist Armin Willingmann. Die Partei wirbt mit Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft sowie einer aktiven Industriepolitik für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Daneben stehen bezahlbares Wohnen, soziale Sicherheit, die Stärkung der Kommunen und eine verlässliche Energieversorgung im Mittelpunkt. Die SPD grenzt sich klar von AfD und BSW ab und wirbt für eine Fortsetzung demokratischer Regierungsbündnisse.
Bündnis 90/Die Grünen: Die Grünen treten mit Suse Sziborra-Seidlitz an. Im Mittelpunkt ihres Programms stehen der Ausbau erneuerbarer Energien, Natur- und Klimaschutz, nachhaltige Mobilität sowie Investitionen in Bildung und Digitalisierung. Gleichzeitig wollen sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Demokratie fördern und den ländlichen Raum attraktiver machen. Koalitionen kommen für die Grünen nur mit demokratischen Parteien infrage.
BSW: Das Bündnis Sahra Wagenknecht tritt erstmals bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an. Die Spitzenkandidaten Claudia Wittig und Thomas Schulze werben für eine restriktivere Migrationspolitik, niedrigere Energiepreise, mehr soziale Absicherung sowie eine kritischere Haltung gegenüber Waffenlieferungen und Russland-Sanktionen. Das BSW möchte insbesondere Wählerinnen und Wähler ansprechen, die sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen, liegt in den Umfragen jedoch meist unter der Fünf-Prozent-Hürde.
FDP: Die FDP wird erneut von Lydia Hüskens angeführt. Sie setzt auf wirtschaftliches Wachstum durch Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren, Digitalisierung der Verwaltung sowie Investitionen in Verkehr und Infrastruktur. Darüber hinaus fordert sie eine stärkere Unterstützung des Mittelstands und mehr Eigenverantwortung in Bildung und Wirtschaft. Umfragen sehen die Partei allerdings unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Hier findest du alle ➡️ weiteren Parteien und ihre dazugehörigen Programme.
Welche Wahlthemen sind entscheidend in Sachsen-Anhalt?
Der „Sachsen-Anhalt Monitor“ von 2025 veranschaulicht die zentralen Sorgen der Bevölkerung. Neben einem sinkenden Vertrauen in politische Institutionen – nur etwa die Hälfte der Befragten ist grundsätzlich mit der Demokratie zufrieden – stehen wirtschaftliche Themen an erster Stelle: Rund 40 % der Bürger nennen Wirtschaft, Arbeitsplätze und Einkommen als wichtigstes Problem. Bei einer Wirtschaftsleistung unter dem Bundesdurchschnitt arbeiten 80 % der Beschäftigten im Dienstleistungs- oder Industriesektor, wobei Chemie, Maschinenbau, Energie und Halbleiter im Fokus stehen.
Der demografische Wandel verschärft die Sorge um den Fachkräftemangel massiv. Seit 1990 hat Sachsen-Anhalt mehr als 600.000 Einwohner verloren und gehört zu den Ländern mit der ältesten Bevölkerung Deutschlands. Durch anstehende Renteneintritte fehlen laut Arbeitsagentur qualifizierte Arbeitskräfte vor allem in Pflege, Handwerk, Industrie und Technik. Während die Landesregierung auf milliardenschwere Investitionen in Halbleiter- und Wasserstofftechnologien verweist, bemängeln Kritiker, dass diese Großprojekte bislang kaum im Alltag der Bevölkerung angekommen sind.
Für 30 % der Befragten stehen Infrastruktur, Digitalisierung und der ländliche Raum im Fokus. In dem Flächenland mit 2,1 Millionen Einwohnern auf 20.000 Quadratkilometern erschweren ausgedünnte Bus- und Bahnverbindungen den Zugang zu Ärzten, Schulen und Behörden. Trotz Fortschritten beim Glasfaserausbau verlangsamen überbürokratische Verwaltungsverfahren und Defizite bei der digitalen Ausstattung öffentlicher Einrichtungen die Versorgung.
Das Thema Migration wird von 23 bis 25 % als vordringlich eingestuft. Während Kommunen durch Unterbringungs- und Integrationsaufgaben stark belastet sind, sehen viele Betriebe in der Zuwanderung eine Notwendigkeit gegen den Arbeitskräftemangel. Politisch fordern CDU und AfD strenge Begrenzungen und schnellere Abschiebungen, während SPD, Grüne und Linke auf Integration, Fachkraftgewinnung und Kommunalhilfen setzen. Parallel bleibt der Lehrermangel drängend; das Land benötigt weiterhin mehrere Tausend Lehrkräfte, um den Unterricht abzudecken.
Zusätzlich belasten die Folgen der Energiekrise 2022 mit einer temporären Inflationsrate von über 7 % die Haushalte in dem Bundesland, dessen Einkommen unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Neben bezahlbarer Energie und der klimafreundlichen Transformation der Industrie gewinnen Fragen der inneren Sicherheit, Kriminalität und staatlichen Präsenz an Gewicht.
Wie wird in Sachsen-Anhalt gewählt?
Das Wahlsystem in Sachsen-Anhalt verbindet Elemente der Mehrheits- und Verhältniswahl. Die Bürgerinnen und Bürger haben bei der Landtagswahl zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählen sie eine Direktkandidatin oder einen Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis. Sachsen-Anhalt ist in 41 Wahlkreise eingeteilt, in denen jeweils ein Abgeordneter direkt gewählt wird. Mit der Zweitstimme entscheiden sich die Wählerinnen und Wähler für eine Partei und deren Landesliste. Diese Stimme ist entscheidend für die Sitzverteilung im Landtag und bestimmt maßgeblich die politische Stärke der Parteien.
Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat regulär 97 Sitze. In den Landtag ziehen Parteien ein, die mindestens fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen erreichen oder mindestens ein Direktmandat gewinnen. Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen, entstehen Überhangmandate, die durch Ausgleichsmandate für andere Parteien kompensiert werden. Dadurch kann sich die Zahl der Abgeordneten erhöhen, damit das Kräfteverhältnis der Parteien möglichst genau dem Wahlergebnis entspricht. Die Fünf-Prozent-Hürde soll verhindern, dass eine zu starke Zersplitterung des Parlaments die Regierungsbildung erschwert.
Wahlberechtigt sind deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt haben. Die Wahl kann am Wahltag im Wahllokal oder per Briefwahl erfolgen. Angesichts der politischen Ausgangslage vor der Landtagswahl 2026 kommt der Zweitstimme eine besondere Bedeutung zu: Sie entscheidet nicht nur über die Sitzverteilung im Landtag, sondern auch darüber, welche Koalitionen nach der Wahl möglich sind.
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Je nach Unterstützung gibt es auch überparteiliche Ratgeber zur Landtagswahl in
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Berlin - am 20. September
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Mecklenburg-Vorpommern - am 20. September
Autor: Maximilian Stark mit Beiträgen von Dr. Norbert Stute, Datum: 03.08.26, Update: 04.08.26, lizenziert unter CC BY-SA 4.0
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