Flüchtlinge - Deutschland

Ratgeber zu ➡️ Flüchtlinge in Deutschland
Deutschland ist seit vielen Jahren ein bedeutendes Ziel für Flüchtlinge. Im Jahr 2023 lebten 1,24 Millionen Geflüchtete im Land, die vor allem aus Syrien, Afghanistan und Irak geflohen sind. Die große Flüchtlingswelle begann 2015, als über eine Million Menschen Asyl suchten. Deutschland reagierte mit der Einführung von Programmen zur Integration, Sprachkursen und Arbeitsmarktmaßnahmen, um die Geflüchteten in die Gesellschaft zu integrieren. Trotz Herausforderungen im Bereich der Integration und der gesellschaftlichen Akzeptanz, ist Deutschland weiterhin eines der wichtigsten Aufnahmeländer in Europa. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland bis Ende Juli rund 153.000 Asylanträge gestellt, deutlich weniger als zur gleichen Zeit im Vorjahr.
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Asyl- und Flüchtlingspolitik in Deutschland
Deutschland verfolgt eine Asylpolitik, die auf dem Grundrecht auf Asyl und internationalen Abkommen wie der Genfer Flüchtlingskonvention basiert. Die Politik wurde besonders nach 2015 stark diskutiert, als über eine Million Flüchtlinge ins Land kamen. Seither wurden Asylverfahren beschleunigt, aber auch striktere Regelungen eingeführt. Dazu gehören Maßnahmen zur Rückführung abgelehnter Asylbewerber und Abkommen mit Drittstaaten. Deutschland setzt auf Integration durch Sprachkurse und Arbeitsmarktintegration, gleichzeitig gibt es aber auch politische Spannungen, insbesondere über die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU und die Begrenzung von Zuwanderung.

Unterbringung von Flüchtlingen
Die Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland erfolgt zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen, wo sie registriert und medizinisch untersucht werden. Danach werden sie auf Kommunen verteilt, die für ihre Unterbringung sorgen. Die Unterkünfte variieren von Gemeinschaftsunterkünften bis hin zu Wohnungen. In den letzten Jahren wurde der Mangel an angemessenem Wohnraum oft kritisiert. Es gibt Bemühungen, Flüchtlinge schneller in reguläre Wohnungen unterzubringen, um eine bessere Lebensqualität und schnellere Integration zu ermöglichen. In Ballungsgebieten ist der Wohnraummangel jedoch besonders akut, was zu Spannungen führen kann.
Integration - Positive Beispiele
Die Integration von Flüchtlingen in Deutschland zeigt positive Beispiele, vor allem in Bildung und Arbeitsmarkt. Viele Unternehmen engagieren sich in der Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten. Ein Beispiel ist die deutsche Wirtschaft, die gezielt Programme zur Ausbildung junger Flüchtlinge anbietet. Schulen und Universitäten haben spezielle Integrationsklassen und Förderprogramme eingerichtet. Viele Geflüchtete nutzen diese Chancen und tragen inzwischen aktiv zur Gesellschaft bei. Erfolgreiche Integrationsprojekte, wie Sprachkurse und kulturelle Initiativen, fördern das gegenseitige Verständnis und zeigen, dass Integration gelingen kann.

Solidarität und Unterstützung für Flüchtlinge
Die Solidarität mit Flüchtlingen in Deutschland ist stark ausgeprägt. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich, sei es durch Spenden, Sprachunterricht oder die Organisation von Freizeitaktivitäten. Initiativen wie „Willkommenskultur“ haben in den letzten Jahren gezeigt, dass ein breites gesellschaftliches Engagement vorhanden ist. Auch Kirchen, NGOs und Vereine leisten wertvolle Unterstützung, beispielsweise durch Rechtsberatung oder psychologische Hilfe. Diese Solidarität ist ein wichtiger Pfeiler für die Integration und zeigt, dass viele Menschen bereit sind, Geflüchtete willkommen zu heißen und ihnen den Start in ein neues Leben zu erleichtern.
Arbeit für Flüchtlinge
Die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Schritt zur Selbstständigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe. Flüchtlinge haben nach Anerkennung ihres Asylantrags uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Auch während des Asylverfahrens können sie unter bestimmten Voraussetzungen arbeiten. Zahlreiche Unternehmen und Initiativen unterstützen die Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten durch spezielle Programme. Trotz sprachlicher und bürokratischer Hürden haben viele Flüchtlinge erfolgreich eine Arbeit gefunden. Arbeitsmarktintegration ist dabei nicht nur ein wirtschaftlicher Vorteil für das Land, sondern auch ein wichtiger Aspekt für die gesellschaftliche Integration.

Frauen als Flüchtlinge
Flüchtlingsfrauen stehen oft vor besonderen Herausforderungen. Sie fliehen häufig vor geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierung und sind auf der Flucht oft zusätzlichen Gefahren ausgesetzt. In Deutschland angekommen, haben sie spezielle Schutzbedürfnisse, insbesondere, wenn sie allein oder mit Kindern unterwegs sind. Integrationsprogramme bieten gezielte Unterstützung, etwa in Form von Sprachkursen, psychosozialer Beratung und beruflicher Qualifizierung. Dennoch bleiben viele Frauen von sozialen und wirtschaftlichen Teilhabemöglichkeiten ausgeschlossen. Erfolgreiche Initiativen und Netzwerke bieten daher spezifische Hilfe und stärken ihre Rolle in der neuen Gesellschaft.
Familiennachzug
Der Familiennachzug ermöglicht anerkannten Flüchtlingen, ihre engsten Familienangehörigen nach Deutschland zu holen. Dieses Recht ist besonders für syrische Flüchtlinge von Bedeutung. Der Familiennachzug trägt zur sozialen Stabilität bei und fördert die Integration der Geflüchteten. Die Anträge unterliegen jedoch strengen Voraussetzungen, darunter finanzielle Anforderungen und Wohnraumnachweise. In den letzten Jahren gab es politische Debatten über die Begrenzung des Familiennachzugs, um die Zuwanderung zu steuern. Dennoch bleibt er ein wichtiger Aspekt der humanitären Flüchtlingspolitik, da er das Recht auf Familie und Zusammenleben wahrt.

Asylmissbrauch & Bettelei
Das Thema Asylmissbrauch wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Kritiker argumentieren, dass einige Menschen das Asylrecht nutzen, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, obwohl sie keine Verfolgung im Sinne des Asylrechts erlitten haben. Fälle von Asylmissbrauch und organisierter Bettelei, insbesondere in Großstädten, sorgen immer wieder für Schlagzeilen und führen zu politischen Forderungen nach schärferen Gesetzen und Kontrollen. Befürworter einer restriktiveren Asylpolitik sehen darin eine Belastung des Sozialsystems und eine Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gleichzeitig betonen Menschenrechtsorganisationen die Notwendigkeit, zwischen Missbrauch und berechtigtem Schutzbedürfnis klar zu unterscheiden.
BAMF - angeblicher Asyl-Skandal
Der sogenannte BAMF-Asyl-Skandal sorgte 2018 in Deutschland für erhebliche Diskussionen. Im Mittelpunkt standen Vorwürfe gegen die Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), wo angeblich unrechtmäßig Asylanträge positiv beschieden wurden. Medien berichteten, dass hunderte Fälle ohne ausreichende Prüfung genehmigt worden seien. Der Skandal führte zu einem Vertrauensverlust in die Asylverfahren und zu umfassenden interne Untersuchungen. Obwohl sich viele Vorwürfe als überzogen herausstellten, wurden strukturelle Mängel im BAMF aufgedeckt, die eine Reform der Asylverfahren nach sich zogen, um die Rechtmäßigkeit und Effizienz zu verbessern.

Einsatz gegen Schlepper
Deutschland engagiert sich intensiv im Kampf gegen Schleuserkriminalität, die eine bedeutende Rolle bei der illegalen Migration spielt. Schlepperbanden organisieren riskante und oft lebensgefährliche Fluchtrouten für Migranten, vor allem über das Mittelmeer und durch Osteuropa. Die deutsche Polizei arbeitet dabei eng mit internationalen Partnern, wie Europol und Frontex, zusammen, um Schleusernetzwerke zu zerschlagen. Verschärfte Grenzkontrollen und die Verfolgung von Schleusern sind zentrale Maßnahmen. Gleichzeitig setzt sich Deutschland für legale Fluchtwege und humanitäre Visa ein, um den gefährlichen Schlepperrouten entgegenzuwirken und Menschen vor Ausbeutung zu schützen.
Abschiebung von Flüchtlingen
Abschiebungen sind ein kontroverses Thema in der deutschen Flüchtlingspolitik. Sie betreffen abgelehnte Asylbewerber, die nach rechtskräftigem Bescheid das Land verlassen müssen. Besonders umstritten sind Abschiebungen in unsichere Herkunftsländer wie Afghanistan. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass viele Abschiebungen unter schwierigen Bedingungen durchgeführt werden, insbesondere bei Familien oder gut integrierten Personen. Trotz dieser Kritik hält die Bundesregierung an der Durchsetzung des Rechtsprinzips fest, dass Personen ohne Bleiberecht das Land verlassen müssen. Gleichzeitig gibt es Programme zur freiwilligen Rückkehr, die eine Alternative zur Abschiebung darstellen.
Bezahlkarte
Die Bezahlkarte ist ein Instrument, das in einigen deutschen Bundesländern zur Unterstützung von Asylbewerbern und Flüchtlingen eingesetzt wird. Sie ersetzt die Bargeldauszahlung von Sozialleistungen und ist auf bestimmte Einkäufe und Dienstleistungen beschränkt. Ziel ist es, die Verwendung der Sozialleistungen besser zu kontrollieren und zu verhindern, dass Gelder zweckentfremdet werden. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Bezahlkarte die Selbstbestimmung der Geflüchteten einschränkt und stigmatisierend wirkt. Befürworter argumentieren, dass sie eine effektive Möglichkeit ist, um sicherzustellen, dass die Hilfsgelder tatsächlich für den täglichen Bedarf eingesetzt werden.
Autorin: Jasmin, 28.08.24 - Artikel lizenziert unter CC BY-NC-ND 4.0
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